Das Ohr


Wer weiß schon, was hinter den Ohrmuscheln steckt? Das Verständnis für die anatomischen und physiologischen Grundlagen des Ohres fällt anfänglich sogar Medizinern nicht leicht.


Das Ohr ist nicht nur anatomisch und funktionell, sondern auch entwicklungsgeschichtlich eines der interessantesten Organe unseres Körpers.


Es besteht aus dem äußeren Ohr, also der Ohrmuschel und dem Gehörgang, dem Mittel- und dem Innenohr. Seine erste Aufgabe ist das "Hören". Hier werden mechanische Schwingungen in elektrische Nervenimpulse umgewandelt. Der Weg von der Schallquelle bis zum Gehirn führt an großartigen und erstaunlichen Regionen unseres Körpers vorbei. Sie im Einzelnen hier zu beschreiben würde zu weit führen, Teile auszulassen wäre eine Schande. Wir verweisen daher auf Internet, Trivial- und Fachliteratur. Bei Ihrer eigenen Internetrecherche bitten wir zu bedenken, dass dort nicht alles richtig beschrieben sein muss.


Im Ohr ist auch das sog. peripher vestibuläre Organ (Gleichgewichtsorgan) versteckt. Es sorgt gemeinsam mit anderen Bereichen unseres Körpers, den Augen, Nervenendigungen in Muskeln und Gelenken und Gefühlsnerven in der Haut dafür, dass wir uns im Raum zurechtfinden.


Erkrankungen:

Patienten suchen uns auf mit Formveränderungen des äußeren Ohres, Schmerzen, Entzündungen, gut- und bösartigen Neubildungen, Blutungen und Funktionsstörungen etc.


Die Erkrankungen des äußeren Ohres betreffen die plastischen Operationen (siehe plastische Operationen) oder die Erkrankungen der Gesichtshaut unseres Fachgebietes.


Funktionsstörungen können Hörstörungen, Tinnitus und Schwindel sein.


Bei den Hörstörungen kann es sich um Schallempfindungs- oder um Schallleitungsstörungen handeln.


Die Schallempfindungsstörungen betreffen sehr häufig die Haarzellen des Innenohres. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Es kann sich um die Folge von Durchblutungsstörungen, Lärm, Vergiftungen usw. handeln. Selten gibt es Störungen der chemischen Zusammensetzung der Innenohrflüssigkeiten mit nachfolgenden Druckschwankungen im Innenohr. Es gibt auch Erkrankungen im Verlauf des Hörnervens (Basale Meningitis, Druck durch Gefäße), bzw. des Nerven selber (Neurinome). Zentrale Ursachen sind Aufgabe des Neurochirurgen. In allen Fällen tut man gut daran zu wissen, woher es kommt.


Schallleitungsstörungen kommen sehr häufig vor. Bei Kindern handelt es sich fast immer um Funktionsstörungen der Ohrtrompete mit und ohne Ergussbildung, seltener sind angeborene Fehlbildungen.


Im Erwachsenenalter handelt es sich meist um chronische Entzündungen mit und ohne Cholesteatome. In diesen Fällen kann es zu Löchern im Trommelfell, Defekten der Gehörknöchelchenkette und zu Knochendestruktionen im Bereich von Mittel- und Innenohr kommen. Diese können dann auch die Ursache für entzündliche Komplikationen, wie Hirnabszess, Ausfall des Gleichgewichtsorgans, Taubheit, Gesichtsnervlähmung etc. sein.


Verknöcherungen der Kette, wie bei einer Otosklerose oder einer Hammerkopfankylose, lassen sich operativ beheben.


Pathologische Veränderungen im Gehörgang können angeboren oder erworben sein. Häufig sind durch Kaltwasser ausgelöste Exostosen. Diese sollten dann operiert werden, wenn Entzündungen häufig auftreten. Angeborene Verengungen oder nicht angelegte Gehörgänge können operiert werden.


Diagnostik:

Für die sachgerechte Diagnostik der Erkrankungen des Ohres braucht man heute ein Binokularmikroskop. Häufig führt uns bereits die Form einer Hörkurve zur Diagnose. Eine Tonschwellenaudiometrie und Sprachaudiometrie gehört in jede HNO-Praxis.


Die Untersuchung von Mittelohrdrücken gelingt bestens mit einem Tympanometrie- und Impedanzmessgerät.


Besonders glücklich sind wir über die Möglichkeit, die Organe des Mittel- und Innenohres in einer ungewöhnlichen Detailschärfe in 0,75 mm dicken Schichten und dreidimensional röntgenologisch darzustellen  (siehe DVT).


Therapie:

Das Spektrum der operativen Versorgung des Ohres im Kopfcentrum umfasst, bis auf wenige Ausnahmen, alle gängigen Operationen, von der einfachsten Maßnahme am äußeren Ohr bis zu schwierigsten Operationen an Mittel- und Innenohr.